Seit dem 29. Mai 2009 wird bei Amazon.de ein Schweizer Offiziersmesser mit Bewertungen geradezu überhäuft, per heute waren es 102 Bewertungen. Erstmal eine Supersache für den Hersteller mag man da denken… doch bei genauen hinsehen merkt man, daß die vermeintlichen Bewertungen in Wirklichkeit satirische, überzogene Rezensionen sind, bei denen man sich ein Lachen kaum verkneifen kann.
Kleiner Auszug gefällig:
Zwar bin ich insgesamt zufrieden mit diesem Multitool, aber leider treten doch immer wieder Situationen auf, in denen grundlegende Tools fehlen:
1. Ein Notstromaggregat: Unterwasserschlagbohrer und Lenkratetenziellaser sind zwar in der Theorie äußerst nützlich (und in der Benutzung gewohnt anwenderfreundlich), in der Praxis hat man aber oft keine Steckdose griffbereit. Wieviel mehr Aufwand hätte es da schon bedeutet, ein kleinen Stromaggregat zu integrieren? (Natürlich für den Einsatz unter Wasser geeignet, sonst steht man mit dem Schlagbohrer schon wieder dumm da…)
2. Einen Fluxkonverter: Braucht man ständig, NIE hat einer einen dabei. Auch hier wieder nicht. Warum sträubt sich die Industrie dermaßen dagegen?
3. Eine Repetierarmbrust: Ich verstehe diese Fixierung der Firma Wenger auf Nahkampfwaffen nicht. Da integriert man sowohl Degen als Langschwert, die kaum jemand vernünftig zu handhaben weiß, und bietet keine einzige jagdgeeignete Fernkampfwaffe? Schade!
4. Besser aufgeteilten Stauraum: Dass man bis zu 6 Kästen Bier in den ausklappbaren Stauraum bekommt, ist zwar eine feine Sache, aber was ist mit Anzugträgern? Hier wurde eine tolle Möglichkeit verpasst, eine kleine Gaderobe zu integrieren, die ein knitterfreies Aufhängen von Anzügen ermöglicht.
Allerdings muss ich sagen, dass das von Herrn Dreste erwähnte Summen des Schutzschildgenerators bei mir nicht auftritt. Das Handbuch gibt zu bedenken, dass Sie nie gleichzeitig einen Fluxkonverter in der Nähe in Betrieb haben sollten. Vielleicht war das das Problem?
Lobend erwähnt seien am Ende noch die ausklappbare Encyclopaedia Britannica und der reversible Quantennecator, mit dem es schon mehrfach gelungen ist, Schroedingers Katze zu töten…
Damit nicht genug, haben einige Amazon-User auch noch Bilder hochgeladen, die MacGyver, Angela Merkel und nicht zuletzt Darth Vader beim Gebrauch des Taschenmessers zeigen.
Da schnappt der Produktmanager nach Luft und der Online-Marketing-Fuzzi fragt sich: ist das gewollt??? Ist das eine Strategie? Ist das die Web 2.0-Werbung von morgen???
Wir gehen jede Wette ein, daß viele “Onliner” das Schweizer Fabrikat WENGER bislang nicht kannten und durch diesen Gag nun auf diese Produktlinie aufmerksam geworden sind…
Wie auch immer: gelebte Satire im Internet - einfach KLASSE!
