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Zum Wetter gehört nicht nur eitel Sonnenschein, sondern auch Wind und Sturm. So ähnliche verhält es sich auch im Internet: es kann positive Äußerungen von der Internet-Gemeinde geben oder eben auch sehr negative. Letzteres gipfelt dann in einem sogennanten “Shitstorm“, einer Art digitalen Empörungswelle, bei der sich nicht in der Regel sachliche Kritik mit unqualifizierten, emotionalen Äußerungen vermischt. Alles geht durcheinander. Was diesen Äußerungen gemeinsam ist: das Negative. Ein Sturm der Entrüstung eben. Ein Shitstorm.
Derartige digitale Blitzgewitter hat auch schon so mancher Marketing-Experte am eigenen Leib erfahren, wenn sich ungewollt peinliche Nachrichten oder Boshaftigkeiten über eigene Produkte oder gar die Marke im Internet verbreitet haben.Die Frage ist: wie verhält man sich am besten, wenn scheinbar alles zu spät ist und nicht nur über Twitter, Facebook und Blogs die Wellen schlagen, sondern sogar in den klassischen Medien davon zu lesen ist.
Daniel Graf und Barbara Schwede haben jetzt eine Shitstorm-Skala entworfen, die auf der Beaufort-Windskala basiert und die unterschiedlichen “Windstärken” im Internet beschreibt.
Wir meinen: Sehr gelungen!

Es ist ja marketing-technisch total “in”, die potentiellen Käufer über Farbe, Form und Geschmack kommender Produkte abstimmen zu lassen. McDonald’s hat in 2011 hierzu eine große Online-Aktion “Mein Burger” durchgeführt, bei dem die User selbst ihre Lieblingsburger zusammenstellen dürfen, während die Internet-Gemeinde dann über die Gewinner-Burger abstimmen darf, die es dann tatsächlich in die McDonalds-Filialen schaffen. Tja, wenn das mit den Abstimmungen nur immer so einfach wäre… Nach kurzer Zeit sah sich McDonalds mit einer Flut von Hackern konfrontiert, die alle versucht haben, Burger Ihrer eigenen Wahl auf den “Thron zu hacken”. Ui. Das böse Internet!

Doch nicht verzagen, sagt sich Razorfish, die betreuende Agentur des Projektes: wir machen aus der Not eine Tugend! Und für die “Mein Burger”-Aktion 2012 hat sich Razorfisch etwas ganz besonderes einfallen lassen: es gibt extra Herausforderungen für Hacker! Und nur, wer sich korrekt durch die Webseite gehackt hat, der bekommt direkt ein Jobangebot von Razorfish, die sich auf talentierte Programmierer freuen
So geht Recruiting imInternet heute.
Mitte Dezember 2011 startete die ING-Diba mit Dirk Nowitziki ihren neuen TV-Spot, in dem in einer recht retro-mässig anmutenden Metzgerei tatsächlich einem kleinen Jungen ein Stück Wurst geschenkt wurde (Wer noch wie eh und jeh zum Metzger geht, weiß, daß dies Usus beim deutschen Metzger ist. Kinderfreundlichkeit geht eben auch durch den Magen.). Was eine Scheibe Wurst so alles bewirken kann. In diesem Fall hat sie bewirkt, daß die digital versierten Vegetarier und Veganer auf dem Facebook-Profil der ING-Diba den Fleisch(fr)essern den verbalen Kampf angesagt haben. In wenigen Wochen sind so ca. 1.400 “finanz- und bankwelt-fremde Posts” sowie ca. 15.000 dazugehörige Kommentare entstanden. WOW. Die ING-Diba hat nun höflich, aber bestimmt darum gebeten, die Diskussion zum Thema Ernähung sein zu lassen. Ende des Wurstkrieges - bitte!
 Und dabei scheint es ganz schön abgegangen zu sein… Im Beispiel unten wagte es einer mal zu schreiben, daß die Diksussion lächerlich sei und ob sich die Leute nicht schämten über so eine “Scheiße” zu streiten - und erntete prompt 110 Kommentare. Hat man da noch Worte. Nein.
Und bei der ING-Diba? Da hat sicherlich niemand damit gerechnet, welchen Effekt eine Scheibe Wurst in einem Werbespot haben könnte. Sicherlich positiv für die Bank ist es auch, daß sich viele ihrer Facebook-Fans verbal vor sie geworfen und den Spot/die Bank verteidigt haben. Solche Kunden wünscht man sich doch! Alles in allem hat der Werbespot also einen PR-Effekt ausgelöst, der von niemandem auf diesem Planeten vorhersehbar war - durch eine Scheibe Wurst.
Das ist doch auch mal schön, wo man das Gefühl hat, daß alles so kalkulierbar geworden ist in der Medienwelt
Nachdem Henkel via Facebook einen Wettbewerb zum Thema “Pril-Flaschen-Design” ausgelobt hatte, war die Überraschung groß, daß eine eher groteske Einreichung (siehe unten, zweiter von links: “PRIIIIL”) mit auf den ersten Plätzen gelandet ist. Henkel sah sich letztlich regelrecht von der “crowd” gezwungen, das Motiv dann doch auch in die Produktion zu geben. Natürlich nicht, ohne daraus noch ein ” Hype” zu machen: es werden nur 888 Flaschen in limited edition produziert, davon 111 unter den Pril-Facebook-Fans verlost. Die restlichen werden über Ebay zum Sofortverkauf für 1,59 € angeboten.
Was wir lernen: auch eine altgedientes Produkt wie ein Spülmittel namens PRIL kann es schaffen, Aufmerksamkeit in ungeahntem Ausmaß in ungeahnten Zielgruppen zu erhalten. Wengleich nicht alle Schritte dieser Aktion letztlich so geplant waren, hat man das beste daraus gemacht. Danke.


Nach einigen Jahren in der Grauzone, hat sich Google mit den deutschen Datenschützern bzgl. “Google Analytics” nun geeinigt. Zum einen wird es jedem User möglich sein, seine IP-Adresse gegenüber Google Analytics zu anonymisieren und zum anderen wird ein Browser-Add-On die Möglichkeit bieten, sich dem Tracking durch Google Analytics zu entziehen.
Die datenschutzkonforme Verwendung von Google Analytics ist für Werbetreibende durch Einhaltung folgender Punkte möglich:
1) Abschluß eines Vertrags mit Google zur Auftragsdatenverarbeitung
2) Aufklärung der User auf der eigenen Website über die Verwendung von Google Analytics und die neuen Wiederspruchsmöglichkeiten
3) Anpassung der vorhandenen Tracking-Codes: Ergänzung um die Funktion AnonymiseIP.
4) Altdaten, die bereits über Google Analytics vorhanden sind müssen gelöscht werden, um den Datenschutzrichtlinien korrekt zu begegnen. Hierzu muß das alte Google Analytics Profil gelöscht und ein neues angelegt werden.
Re-Targeting ist von der Idee ja wirklich spitze: jemand geht in einen Shop, schaut sich verschiedene Produkte an, kann sich oder will sich jedoch noch nicht entscheiden und surft weiter seines Weges. Über die Re-Targeting-Technologie ist zwischenzeitlich natürlich schon längst ein Cookie gesetzt worden, der User ist “markiert”. Damit nicht genug, wurde sogar “mitnotiert”, für welche Produkte sich der Kunde interessiert hat und beim weiteren surfen im Internet erhält der User genau das Produkt, für das er sich interessiert hat nochmal im Banner vor die Nase gehalten. Das ist deutlich aufdringlicher als alles, was wir bisher von Amazon gewohnt waren, auch wenn es in die gleiche Richtung zielt: steter Tropfen ölt den Stein. Irgendwann kauft der User eben doch! Ja, das tut er. Der User kauft. Genau das Produkt. Nur dann sollte es auch an der Zeit sein, genau diese Produkt eben nicht mehr in den Bannern darzustellen, denn es wurde ja mittlerweile schon bestellt. Und das alte “Amazon-Problem” haben wir auch immer noch: ich bestelle für eine Freundin ein Buch zum Thema Walking und bekomme die nächsten Wochen nur noch Angebot von Amazon zum Thema “Walking”, “Wanderstöcke”, “Joggingschuhe” und ähnliches. Daß das nervt wissen wir schon seit Jahren. Beim Re-Targeting in eShops ist das nicht anders. Wenn eine Freundin Gummistiefel für Ihr Kind sucht und ich ihr dabei helfe, dann hat das Anzeigen genau dieser Kinder-Gummistiefel für die nächsten Tage oder Wochen für mich keinen Wert. Es nervt nur.
In dieser Hinsicht gibt es noch einigen Optimierungsbedarf, aber wir hoffen inständigst, daß die Entwickler schon tüfteln.
Jüngster Schachzug von Facebook: Integration von Skype, um Video-Telefonie direkt via Facebook.com anzubieten. Nach Installation eines kleinen Programmes kann’s schon losgehen. Ziemlich zukunftsweisend, nach dem Motto “alles aus einer Hand” oder “alles über eine Plattform”…
Tja, wer hätte 2005 als Rupert Murdoch MySpace für 580 Mio kaufte gedacht, daß ein soziales Netzwerk, das 80% Marktanteil besitzt von einer Plattform eines Jungen namens Zuckerberg den Rang so dermaßen schnell abgelaufen bekommt, daß man blinzelnd vor dem Bildschirm sitzt und sich fragt, “was im Internet ist heutzutage eigentlich noch von Dauer?” - aber das ist ein anderes Thema. Specific Media hat MySpace für 35 Mio gekauft und wir sind gespannt, was die daraus machen. Hm, 35 Mio. Der arme Mister Murdoch… wer erklärt dem eigentlich das Internet? …
GooglePlus ist für einen illustren Kreis von Online-Freaks, die sich schnell genug gegenseitig eingeladen und registriert haben seit gestern verfügbar. Alle fragen sich “Ist GooglePlus” das neue “Facebook” und wir danken Sascha Lobo, daß er heute ein paar klare Antworten gibt. Klingt nach Veränderung, was da passiert. Und wenn wir ehrlich sind: von Facebook sind wir eh schon genervt. Her mit GooglePlus!
Die Verwaltungsorganisation der Internet-Domains hat beschlossen, daß künftig neben den altbekannten TDLs .com, .org, .net, .de auch Markennamen zulässig sind. Es wäre also denkbar, daß es URLs wie www.Astra.opel oder www.3er.bmw geben wird. Interessant für’s Marketing! Anträge können ab Januar 2012 eingereicht werden. Hoffentlich wird das Ganze nicht zu unübersichtlich …
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