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Mitte Dezember 2011 startete die ING-Diba mit Dirk Nowitziki ihren neuen TV-Spot, in dem in einer recht retro-mässig anmutenden Metzgerei tatsächlich einem kleinen Jungen ein Stück Wurst geschenkt wurde (Wer noch wie eh und jeh zum Metzger geht, weiß, daß dies Usus beim deutschen Metzger ist. Kinderfreundlichkeit geht eben auch durch den Magen.). Was eine Scheibe Wurst so alles bewirken kann. In diesem Fall hat sie bewirkt, daß die digital versierten Vegetarier und Veganer auf dem Facebook-Profil der ING-Diba den Fleisch(fr)essern den verbalen Kampf angesagt haben. In wenigen Wochen sind so ca. 1.400 “finanz- und bankwelt-fremde Posts” sowie ca. 15.000 dazugehörige Kommentare entstanden. WOW. Die ING-Diba hat nun höflich, aber bestimmt darum gebeten, die Diskussion zum Thema Ernähung sein zu lassen. Ende des Wurstkrieges - bitte!
 Und dabei scheint es ganz schön abgegangen zu sein… Im Beispiel unten wagte es einer mal zu schreiben, daß die Diksussion lächerlich sei und ob sich die Leute nicht schämten über so eine “Scheiße” zu streiten - und erntete prompt 110 Kommentare. Hat man da noch Worte. Nein.
Und bei der ING-Diba? Da hat sicherlich niemand damit gerechnet, welchen Effekt eine Scheibe Wurst in einem Werbespot haben könnte. Sicherlich positiv für die Bank ist es auch, daß sich viele ihrer Facebook-Fans verbal vor sie geworfen und den Spot/die Bank verteidigt haben. Solche Kunden wünscht man sich doch! Alles in allem hat der Werbespot also einen PR-Effekt ausgelöst, der von niemandem auf diesem Planeten vorhersehbar war - durch eine Scheibe Wurst.
Das ist doch auch mal schön, wo man das Gefühl hat, daß alles so kalkulierbar geworden ist in der Medienwelt
Nachdem Henkel via Facebook einen Wettbewerb zum Thema “Pril-Flaschen-Design” ausgelobt hatte, war die Überraschung groß, daß eine eher groteske Einreichung (siehe unten, zweiter von links: “PRIIIIL”) mit auf den ersten Plätzen gelandet ist. Henkel sah sich letztlich regelrecht von der “crowd” gezwungen, das Motiv dann doch auch in die Produktion zu geben. Natürlich nicht, ohne daraus noch ein ” Hype” zu machen: es werden nur 888 Flaschen in limited edition produziert, davon 111 unter den Pril-Facebook-Fans verlost. Die restlichen werden über Ebay zum Sofortverkauf für 1,59 € angeboten.
Was wir lernen: auch eine altgedientes Produkt wie ein Spülmittel namens PRIL kann es schaffen, Aufmerksamkeit in ungeahntem Ausmaß in ungeahnten Zielgruppen zu erhalten. Wengleich nicht alle Schritte dieser Aktion letztlich so geplant waren, hat man das beste daraus gemacht. Danke.


Nach einigen Jahren in der Grauzone, hat sich Google mit den deutschen Datenschützern bzgl. “Google Analytics” nun geeinigt. Zum einen wird es jedem User möglich sein, seine IP-Adresse gegenüber Google Analytics zu anonymisieren und zum anderen wird ein Browser-Add-On die Möglichkeit bieten, sich dem Tracking durch Google Analytics zu entziehen.
Die datenschutzkonforme Verwendung von Google Analytics ist für Werbetreibende durch Einhaltung folgender Punkte möglich:
1) Abschluß eines Vertrags mit Google zur Auftragsdatenverarbeitung
2) Aufklärung der User auf der eigenen Website über die Verwendung von Google Analytics und die neuen Wiederspruchsmöglichkeiten
3) Anpassung der vorhandenen Tracking-Codes: Ergänzung um die Funktion AnonymiseIP.
4) Altdaten, die bereits über Google Analytics vorhanden sind müssen gelöscht werden, um den Datenschutzrichtlinien korrekt zu begegnen. Hierzu muß das alte Google Analytics Profil gelöscht und ein neues angelegt werden.
Re-Targeting ist von der Idee ja wirklich spitze: jemand geht in einen Shop, schaut sich verschiedene Produkte an, kann sich oder will sich jedoch noch nicht entscheiden und surft weiter seines Weges. Über die Re-Targeting-Technologie ist zwischenzeitlich natürlich schon längst ein Cookie gesetzt worden, der User ist “markiert”. Damit nicht genug, wurde sogar “mitnotiert”, für welche Produkte sich der Kunde interessiert hat und beim weiteren surfen im Internet erhält der User genau das Produkt, für das er sich interessiert hat nochmal im Banner vor die Nase gehalten. Das ist deutlich aufdringlicher als alles, was wir bisher von Amazon gewohnt waren, auch wenn es in die gleiche Richtung zielt: steter Tropfen ölt den Stein. Irgendwann kauft der User eben doch! Ja, das tut er. Der User kauft. Genau das Produkt. Nur dann sollte es auch an der Zeit sein, genau diese Produkt eben nicht mehr in den Bannern darzustellen, denn es wurde ja mittlerweile schon bestellt. Und das alte “Amazon-Problem” haben wir auch immer noch: ich bestelle für eine Freundin ein Buch zum Thema Walking und bekomme die nächsten Wochen nur noch Angebot von Amazon zum Thema “Walking”, “Wanderstöcke”, “Joggingschuhe” und ähnliches. Daß das nervt wissen wir schon seit Jahren. Beim Re-Targeting in eShops ist das nicht anders. Wenn eine Freundin Gummistiefel für Ihr Kind sucht und ich ihr dabei helfe, dann hat das Anzeigen genau dieser Kinder-Gummistiefel für die nächsten Tage oder Wochen für mich keinen Wert. Es nervt nur.
In dieser Hinsicht gibt es noch einigen Optimierungsbedarf, aber wir hoffen inständigst, daß die Entwickler schon tüfteln.
Jüngster Schachzug von Facebook: Integration von Skype, um Video-Telefonie direkt via Facebook.com anzubieten. Nach Installation eines kleinen Programmes kann’s schon losgehen. Ziemlich zukunftsweisend, nach dem Motto “alles aus einer Hand” oder “alles über eine Plattform”…
Tja, wer hätte 2005 als Rupert Murdoch MySpace für 580 Mio kaufte gedacht, daß ein soziales Netzwerk, das 80% Marktanteil besitzt von einer Plattform eines Jungen namens Zuckerberg den Rang so dermaßen schnell abgelaufen bekommt, daß man blinzelnd vor dem Bildschirm sitzt und sich fragt, “was im Internet ist heutzutage eigentlich noch von Dauer?” - aber das ist ein anderes Thema. Specific Media hat MySpace für 35 Mio gekauft und wir sind gespannt, was die daraus machen. Hm, 35 Mio. Der arme Mister Murdoch… wer erklärt dem eigentlich das Internet? …
GooglePlus ist für einen illustren Kreis von Online-Freaks, die sich schnell genug gegenseitig eingeladen und registriert haben seit gestern verfügbar. Alle fragen sich “Ist GooglePlus” das neue “Facebook” und wir danken Sascha Lobo, daß er heute ein paar klare Antworten gibt. Klingt nach Veränderung, was da passiert. Und wenn wir ehrlich sind: von Facebook sind wir eh schon genervt. Her mit GooglePlus!
Die Verwaltungsorganisation der Internet-Domains hat beschlossen, daß künftig neben den altbekannten TDLs .com, .org, .net, .de auch Markennamen zulässig sind. Es wäre also denkbar, daß es URLs wie www.Astra.opel oder www.3er.bmw geben wird. Interessant für’s Marketing! Anträge können ab Januar 2012 eingereicht werden. Hoffentlich wird das Ganze nicht zu unübersichtlich …
Ach ja, das allgegenwärtige Monster “Clickbetrug” schlägt dieser Tag mal wieder auf. Es ist ein interessantes Thema, das uns ja eigentlich schon seit Beginn der Online Werbung verfolgt und immer mal wieder in Form von ClickMonkeys auf- und dann auch wieder abtaucht. Fakt ist, daß das berühmte Zitat “We give the people what they need” in keinem Medium extremer bedient werden kann als im Internet. Schreit der Kunde nach hohen Clickraten oder günstigen Einkaukfspreisen oder eben Millionen von Video-Zugriffen. Egal. Das Netz ermöglicht eigentlich alles. Wer es darauf ankommen lässt, wird immer ein Schlupfloch in der legalen Grauzone oder illegalen Schwarz-Zone finden. Wo kein Kläger, da kein Richter. Was für Chancen hat selbst ein Weltkonzern wie YouTube/Google hier so schnell global zu reagieren, daß derartige Unternehmen Ihre zweifelhaften Dienstleistungen nicht doch morgen schon wieder am gegenüberliegenden Ende der Welt wieder anbieten? Kaum welche. Somit gelangen wir also ganz schnell zu der alten Weisheit: Zahlen sind nicht alles. Es muß alles realistisch bleiben. Die Ziele der Kunden genauso wie die Vehikel, die gewählt werden, um diese zu erreichen.
Tchibo hat ein sehr schönes Video zum Thema “Wie verhalte ich mich korrekt im Social Web” erstellt. Ursprünglich war der Clip für interne Mitarbeiter-Schulungen gedacht, doch mittlerweile hat man entschieden, daß man den Clip dem Universum zur Verfügung stellt, via YouTube.com
Gut so - denn da kann jeder mal reinschauen, der sich im Social Web bewegt. Die negativen Kommentare, die man YouTube.com von Usern dazu jedoch lesen kann, zeugen leider davon, daß sich nicht jeder in die Situation eines Konzerns hineinversetzen kann, der versucht seinen über 10.000 Mitarbeitern auf humorvolle Weise einen Leitfaden für das Web 2.0 an die Hand zu geben. Es gibt ja genug Beispiele von Mitarbeitern, die sich im Netz blamiert haben, Bewerber, die sich durch ihre Netz-Aktivitäten ins Abseits katapultiert haben usw. Warum also nicht. We like.
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